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Archiv der Kategorie Autoren A - D

Becker, Marbel: Hohes Gras

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Hohes Gras

Von Marbel Becker

 

 

Medu-Verlag

ISBN 978-3938926864

Roman, Krimi

Originalausgabe 2009

Umschlaggestaltung Vanya Kostadinova (Verlag)

Softcover, 372 Seiten

€ 9,95 [D]

 

www.medu-verlag.de

 

Zur Autorin

 

Die 1958 geborene Autorin lebt mit ihrer Familie im Frankfurter Raum. Aus ihrer Feder stammt auch das demnächst erscheinende Kinderbuch „Paunile und ihre Freunde“ und der Roman Tennlos.

 

Zum Buch/Meine Meinung

 

Als Alexander Bach eine Kanzlei beauftragt, seinen Lebenspartner zu finden, wird offenkundig, dass ein Mann namens Rolf Winter nie existiert hat! Dass dies allerdings über Jahre hinweg an einem Banker wie ihm hat vorbeigehen können, ist ihm völlig schleierhaft. Aber Liebe blendet ja bekanntlich, und in diesem Fall hat die Liebe ganze Arbeit geleistet Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint in diesem Verwirrspiel um Liebe und Schuld, in dem Wasser dicker als Blut ist und Liebe Mittel zum Zweck. Hinter der hochglanzpolierten Fassade ereignen sich Inzest, Affären und Mord, schlummern Habgier, Sadismus und Hass und werden Doppelleben gelebt: Renommierte Professoren werden zu masochistischen Sklaven, langjährige Freunde zu erbitterten Feinden, Söhne zu Mördern, Familien entzweit. Über Jahrzehnte bewegen sich die Protagonisten dieses vielschichtigen Romans über Ländergrenzen hinweg und an Abgründen vorbei auf ein Ende zu, das an Dramatik nichts zu wünschen lässt.

 

Zusammen mit dem Coverfoto (Dunkelheit etwas Gras, etwas Nebel, mit einer Kette gefesselte Hände) weckte diese Inhaltsangabe meine Neugier. Das las sich doch schon mal spannend.

 

Es gibt ja Bücher, die nimmt man in die Hand und sie fesseln einen von der ersten bis zur letzten Seite. Dann gibt es welche, die man mit einigen Unterbrechungen liest, weil der Spannungsbogen nicht allzu hoch ist. Und abgesehen von denen, die man nie anrühren würde, gibt es noch solche, die man mehrmals in die Hand nimmt und versucht sie zu Ende zu lesen, in der Hoffnung, dass noch irgendetwas passiert, was die Geschichte rettet.

 

Leider muss ich gestehen, dass „Hohes Gras“ für mich persönlich in die letzte Kategorie fällt. Die Idee an sich ist spannend, allerdings ist die Umsetzung abgesehen von mir vermutlich auch für andere Leser etwas gewöhnungsbedürftig. Auch fünf Versuche an unterschiedlichen Tagen (da ich davon ausgehe, dass Geschmack auch tagesabhängig ist), lösten keine Meinungsänderung bei mir aus.

 

Nach dem ersten Teil der Inhaltsangabe ging ich davon aus, dass besagter Alex Bach die Hauptfigur dieser Geschichte ist. Er ist zwar Bestandteil, aber die Annahme an sich war schon mal falsch. Vielmehr ist es seine (platonische) Freundin Emilia, die in den Vordergrund rückt und aufgrund des Erzählstils abwechselnd stark vor und zurück weicht. Die Geschichte springt wild zwischen den Jahren 1965 und 2007 hin und her und hüpft darüber hinaus auch zwischen den einzelnen Charakteren (letztlich 20 an der Zahl) genauso ungestüm herum. Leider wird der Geschichte damit die Spannung genommen, die allein vom Grundgedanken her da sein müsste. Kleinigkeiten verraten dem Leser Dinge, die ihn den Handlungsverlauf vorhersehen lassen.

 

Sehr ausführliche Beschreibungen der Personen, die zwar in die Geschichte verwickelt sind, aber eher doch nur Randfiguren darstellen, erinnerten mich phasenweise an den Stil amerikanischer Autoren von True-Crime-Stories. Die Verknüpfungen der einzelnen Figuren erscheinen, obwohl recht eng, abenteuerlich und stellenweise fast zwanghaft zusammengefügt. Der am Ende eingebrachte fantastische Touch (eine der Figuren hat Visionen, die letztlich eine der Hauptfiguren retten), wirkt sehr bemüht und unglaubwürdig – wie überhaupt die eine oder andere Handlungsweise der Charaktere. Und obwohl eigentlich alles vorkommt, was in der Inhaltsangabe erwähnt wird – Inzest (aus Unwissenheit), Affären, Mord (der sogar mehrfach), Habgier, Sadismus, Hass, Doppelleben, Schuld (eher künstlich stilisierte Schuldgefühle einzelner Figuren) – dümpelt die Geschichte vor sich hin. Die ebenfalls erwähnte Liebe zeigt sich nur sehr zart angedeutet. Das Ende spitzt sich nicht dramatisch zu, obwohl der Tod einer Figur eingebaut wird – deren Part dann aber jemand anderes, fix, wie ein Kastenteufelchen, zu übernehmen scheint. Vielmehr flacht es ab und verpufft dann völlig unspektakulär.

 

Erschwerend kommt hinzu, dass obwohl so viele Personen vorkommen, keine lebendige Unterhaltung zustande kommt. Einzelne Sätze, die unbeantwortet bleiben. Gedanken. Selbstgespräche. Nichts davon reißt einen aus dem …. Ich habe gerade unweigerlich einen träge dahinfließenden Strom vor Augen. Und das, obwohl eigentlich Wirbel in Form der Handlungs- und Zeitsprünge da sein müssten. Was vielleicht daran liegt, dass ich angedeutete Wiederholungen in der Geschichte fand, die das Ganze unnötig hinzogen? Ich weiß es ehrlich gesagt wirklich nicht. Aber ich gehe davon aus, dass die Geschichte ohne Weiteres auch mit 100 Seiten weniger ausgekommen wäre. Der gleichförmige Schreibstil – unaufgeregt passt hier nicht – tötete leider in meinen Augen ansatzweise aufkommende Spannung fast augenblicklich wieder ab.

 

Fazit

 

Es gibt sicher Leser, die diesen Stil mögen. Für mich war das Buch leider gar nichts. Auf einer Skala von 1 – 5 würde ich 1,5 Punkte vergeben. Aber nur, weil ich weiß, wie viel Arbeit und Herzblut in einen Roman einfließt und weil die Aufmachung des Buches qualitativ sehr gut ist.

 

Copyright © 2010 by Antje Jürgens (AJ)

Diehl/Kiel: Klassische Ayurveda Massage

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Klassische Ayurveda Massage – Das kompakte Praxishandbuch

Von Erika Diehl und Edith Ch. Kiel

 

Königsfurt-Urania Verlag GmbH

ISBN 978-3038190394

Sachbuch Gesundheit/Wellness

1. Auflage 2005

Umschlaggestaltung punkt KOMMA Strich, Freiburg

Illustrationen Daniela Farnhammer

Fotos Ulli Seer

Hardcover 272 Seiten

€ 28,50 [D]

 

www.koenigsfurt-urania.com

 

Zum Autorenteam

 

Die Heilpraktikerin Erika Diehl befasst sich schon mehrere Jahre mit dem Thema Ayurveda. Sie hat ihre Ausbildungen mit dem Zertifikat des Klinischen Ayurveda Spezialisten beendet und assistierte H. H. Rhyner bei etlichen Ausbildungskursen. Ferner ist sie Dozentin der Seva-Akademie in München. (Weitere Infos unter http://www.anahata-zentrum.de/index-Dateien/Page580.htm .)

 

 

Die am Buch mitwirkende Edith Ch. Kiel ist Fachdozentin und Autorin in Bereich Ayurveda, ebenfalls Ayurveda-Spezialistin, und arbeitet auch als Lektorin. Ihr Wissen gibt sie in theoretischen und praktischen Kursen oder in ihren Büchern weiter. (Weitere Infos unter http://www.campusnaturalis.de/campus_team.php.)

 

 

Zum Buch/Meine Meinung

 

Praxishandbücher – eine sehr gute Idee. Jedenfalls, wenn das darin verarbeitete Wissen nicht überaltert, zu trocken erklärt oder schlecht illustriert ist. Dass derjenige, der sich dafür interessiert, eine entsprechende, umfassende Ausbildung durchlaufen haben muss, bedarf keiner Worte.

 

Mit dem mir gerade vorliegenden Buch „Klassische Ayurveda Massage“ hat man definitiv eins der Bücher in der Hand, die man gerne und oft zur Hand nimmt, weil es einfach von vorne bis hinten und in sich stimmig ist. Ein Praxisbuch, wie es sein soll. Und ein Praxisbuch, das auch diejenigen nutzen können, die gerade erst einen ersten Einblick in die Materie bekommen möchten, um vielleicht die eine oder andere Massage an sich selbst zu probieren.

 

Neben einem Einblick in das ganzheitliche Gesundheitsprinzip der Ayurvedischen Heilkunde folgt ein Exkurs ins westliche Ayurveda. Interessierte erfahren einen Blick auf die Naturprinzipien und die ayurvedische Elementenlehre. Neben Typbestimmungen, Konstitutionstests und einem Kapitel über ayurvedische Öle geht es auf Seite 45 konkret an die Thematik der Massage.

 

Die Massagetechniken sind nicht nur sehr gut Schritt für Schritt erklärt, sondern auch reich und übersichtlich mit Fotos und Grafiken illustriert. Das Davor und Danach kommt nicht zu kurz, ebenso wenig Indikationen und Kontraindikationen. Es wird gleichermaßen anschaulich auf Solo- oder Synchronmassagen wie Kopf- und Gesichtsmassagen, Fuß und Handmassagen, Rücken- und Bauchmassagen oder auch Eigenmassagen eingegangen. Die Herstellung von Zitronensäckchen wird ebenso erklärt wie die alternativ zum Öl mögliche Behandlung mit erwärmtem Pulver und/oder Seidenhandschuhen. Atemübungen runden das Ganze perfekt ab. Man merkt deutlich, wie viel Wissen und Hingabe der Autorinnen zu ihrem Beruf in diesem Buch steckt.

 

Fazit:

 

Ein Buch, das unter die Kategorie „Gelebtes Wissen“ fällt und deshalb überaus empfehlenswert - sowohl für interessierte Laien als auch diejenigen, die sich beruflich damit beschäftigen. Wie heißt es doch: Es gibt viele Krankheiten, aber nur eine Gesundheit – doch für die kann jeder für sich nach aufmerksamer Lektüre und Anwendung von Kapitel 12 (Eigenmassage) schon einiges tun.

 

Copyright © 2010 by Antje Jürgens

 

Dickerhoff/Lox: Märchen für die Seele - Märchen zum Erzählen und Vorlesen

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Märchen für die Seele – Märchen zum Erzählen und Vorlesen

von Dickerhoff/Lox (Hg.)

 

Königsfurt-Urania Verlag GmbH

ISBN 978-3-86826-017-5

Märchen

Sonderausgabe 2010

Umschlaggestaltung Jessica Quistorff

Hardcover, 480 Seiten

€ 12,90 [D]

 

www.koenigsfurt-urania.com

 

Zu den Autoren bzw. Herausgebern

 

Die 1963 geborene Harlinda Lox ist Vizepräsidentin der Europäischen Märchengesellschaft, Erzählforscherin, Germanistin, und wissenschaftliche Autorin. In Zusammenarbeit mit dem 10 Jahre älteren Heinrich Dickerhoff, dem Präsidenten der Europäischen Märchengesellschaft, der als Dozent an einer katholischen Akademie und Heimatvolkshochschule tätig ist, entstand der Sonderband „Märchen für die Seele“.

 

Zum Buch

 

Märchen aus Sibirien, Brasilien, Ungarn, Irland, Deutschland, China – eigentlich aus aller Welt. Es scheint unendlich viele zu geben. Und von den vielen wieder unendlich viele Variationen.

 

Im vorliegenden Buch findet sich eine Zusammenfassung von insgesamt drei bereits veröffentlichten Märchenbüchern (Traumhaus und Wolkenschloss – 2003 Königsfurt-Urania Verlag; Märchen, an denen mein Herz hängt – 2006 Königsfurt-Urania Verlag; Diebe, Dummlinge, Faulpelze & Co – 2009 Selbstverlag der Europäischen Märchengesellschaft).

 

Im Vorwort meldet sich nicht nur der Herausgeber zu Wort, sondern auch der Neurobiologe Gerald Hüther, der auf die Bedeutung von Märchen in der Entwicklung von Kindern aufmerksam macht. Hinter jedem Märchen steht ein Kommentar. Im knapp 20 Seiten starken Nachwort wiederum kann man Ausführungen zu den Themen Märchen und Seele nachlesen, bevor das Buch im Quellennachweis ausklingt.

 

Meine Meinung

 

Es ist immer wieder verblüffend, wie ähnlich sich doch viele Geschichten sind. Und wie einnehmend jede wiederum für sich sein kann. So ist mir beispielsweise die in diesem Buch enthaltene Aschenputtelvariante wesentlich lieber als die allseits bekannte; immerhin muss das arme Mädchen in dieser Geschichte nicht erst herausgeputzt auf dem Ball erscheinen, damit der Königssohn sich in sie verliebt.

 

Gerade in unserer schnelllebigen, oft viel zu oberflächlichen Zeit ist es sinnvoll, unseren Kindern Märchen zu erzählen, um ihnen früh zu vermitteln, innere Werte zu schätzen und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Oder dass es sinnvoll ist, ältere Menschen und ihr Wissen zu achten. Das Demut und Dankbarkeit nichts schlechtes sind. Wie wichtig Träume sind. Die leicht verständlichen Märchen in diesem Buch helfen mit Sicherheit dabei.

 

Besonders gefallen hat mir auch die Verknüpfung des Vorworts/Nachworts mit den Kommentaren und den Märchen. Mit „Märchen für die Seele“ hat man deshalb kein reines Vorlesebuch in Händen.

 

Fazit

 

Ich bin bekennender Märchenfan und trotzdem von vielen Büchern mit Volksmärchen enttäuscht. Das liegt nicht daran, dass sich viele Märchen ähneln, sondern in den meisten Fällen vielmehr an der Art der Zusammenstellung. Die ist in „Märchen für die Seele“ gelungen, weshalb ich das Buch mit 5 von 5 Punkten bewerten möchte. Immer wieder schön zum Vor- aber auch Nachlesen.

 

Copyright © 2010 by Antje Jürgens