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25.4.2011 von Ati.
Klausbernd Vollmar
Schlaf und Traum
Königsfurt-Urania
ISBN 9783868260830
ISBN 3868260838
Sachbuch Gesundheit, Wohlbefinden
Neuausgabe 2011
Umschlaggestaltung Antje Betken
Broschiert, 224 Seiten
[D] 14,99 €
Verlagsseite
Autorenseite http://www.kbvollmar.de oder auch http://www.traumonline.de
Bisher kannte ich Klausbernd Vollmar nur als Autor von Büchern über Farben, ihrer Wirkungsweise, Einsatzmöglichkeiten, etc. Da mir diese Bücher gefallen haben, konnte ich nicht widerstehen, weshalb momentan sein Buch Schlaf und Traum mit dem Untertitel Besser schlafen – gut träumen vor mir liegt.
Die Homepage des Autors verrät, dass der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Nordrhein-Westfalen bei Köln geborene Vollmar breit gefächerte Interessen hat und auch reiselustig ist. So gibt er an, nach dem Abitur Germanistik, Linguistik, Geowissenschaften und Philosophie studiert und 1973 sein Staatsexamen an der Ruhr-Universität Bochum abgelegt zu haben. Er arbeitete als Lektor für das Goethe-Institut in Finnland, lehrte und forschte im Bereich Literaturwissenschaften in Montreal, und arbeitete für Zeitschriften und als beratender Regisseur beim Theater. Ein einjährige Tour durch amerikanische Landkommunen zog einen Bestseller, Radiosendungen und Vortragsreihen darüber nach sich, bevor Vollmar sich als geschäftsführender Gesellschafter einer Firma betätigte, die weite Landstriche der griechischen Insel Ithaka kaufte, um sie nach ökologischen Gesichtspunkten zu erschließen. Er beschäftigte sich beruflich an der Ruhr Universität Bochum mit autogenem Training und katathymen Bilderleben. Nach Abschluss eines Zweitstudiums in Psychologie führte er Jugendberatungsstellen in Amsterdam und Solingen, engagierte sich in der deutschen Männerbewegung und unterstützte ihre Emanzipationsversuche. Er reiste nach Nepal und blieb für zwei Jahre, bevor er ein Institut für Krisenintervention gründete, einen Verlag der Findhorngruppe mit aufbaute und leitete und zeitgleich Schüler von Dr. von Ungern-Sternberg, einer direkten Schülerin C.G. Jungs, und Mitglied einer englischen Gurdjieff-Gruppe wurde. Die von ihr vertretenen strengen psychologischen Ansätze führten zu einem von ihm entwickelten Persönlichkeitsmodell, was wiederum zu Buchveröffentlichungen, Radio- und Fernsehsendungen führte und unter anderem auch mit der intensiven Beschäftigung mit Träumen im Bezug auf Entwicklungsmöglichkeiten neuer Ideen und Problemlösungsprozessen einherging. Vollmar lebt heute an der englischen Ostküste, jedenfalls die meiste Zeit oder reist auch gerne in die Arktis, wenn er sich nicht um seinen Garten kümmern muss oder mit seinem Boot das Meer vor der englischen Küste erkundet. In dem Künstlerdorf Cley-Next-The-Sea hält er Seminare über kreative Arbeit mit Träumen und der Entwicklung der eigenen Potenziale und gründete und leitet zusammen mit dem Physiotherapeuten Konrad Lorenz auch die Internetfirma TraumOnline.
Mit seinen in fünfzehn Sprachen übersetzten bisher erschienen Veröffentlichungen und diesem Einblick in seine Vita ist Vollmar also bestens gerüstet, um sich in Schlaf und Traum, Besser schlafen – gut träumen mit zur Volkskrankheit mutierten Schlafproblemen und beispielsweise auch mit dem Einsatz von Träumen für eine (postive) Veränderung der Lebensqualität zu beschäftigen. Gleichzeitig verspricht ein kurzer Text innen im Buch, dass es zeitgleich „eine informative und unterhaltsame Lektüre für Menschen darstellt, die an Themen wie Psychologie, Wohlbefinden, Kreativität und Erfolg interessiert sind“. Das Buch ist übrigens die überarbeitete, erweiterte und illustrierte Neuauflage des 2007 bei Königsfurt erschienenen „Besser schlafen – besser träumen“.
Wie sowohl vom Königsfurt-Urania Verlag als auch dem Autor gewohnt, ist das Buch mit zahlreichen Abbildungen (klassische Gemälde ebenso wie moderne Fotografien) illustriert, liebevoll aufgemacht, mit diversen Zitaten versehen und in übersichtliche Kapitel gegliedert. Nach einer kurzen Einleitung geht es in jeweils mehreren Unterkapiteln zunächst um den Schlaf an sich (inklusive Schlafproblemen oder –Störungen), dann um Träume, bevor auf Seite 218 „Der Wandel der Nacht“-Beschluss beginnt, der zwei Seiten später in den Anhang übergeht. Der gerade eben genannte Beschluss hat übrigens nur etwas mit der Erfindung der Glühbirne und ihren Spätfolgen zu tun. Die Gewichtung liegt eindeutig beim Thema Schlaf, der mit 130 zu 76 Seiten gegenüber dem Thema Traum abgehandelt wurde.
Vollmar spannt einen Bogen aus der griechischen und jüdischen Mythologie in die Gegenwart, lässt wissenschaftliche Informationen ebenso locker einfließen wie alte Hausmittelchen gegen den fehlenden Schlaf, nennt Konfliktlösungsmöglichkeiten für Nachteulen und Lerchen, wie er die Frühaufsteher nennt, oder auch Zähneknirschen. Daneben räumt er mit diversen Vorurteilen auf, bevor er sich aufmacht und etwa mit bewusst herbeigeführtem oder produktivem Träumen beschäftigt. Alles in gewohnt flüssig und leicht verständlicher Sprache. Doch obwohl der oben erwähnte kleine Text innen im Buch stimmt, obwohl es logisch aufgebaut und ebenso interessant wie informativ ist, muss ich gestehen, dass ich mich zunächst etwas schwer getan habe. Was mich stolpern ließ, waren kleinere Widersprüche. So schreibt er etwa auf Seite 46, dass eine Einschlafstörung vorliegt, wenn man nach zwanzig Minuten noch nicht in Hypnos Arme gesunken ist, während er auf Seite 18 guten Schlaf auch daran misst, dass man etwa 15 – 30 Minuten zum Einschlafen braucht. Dieser Widerspruch ist natürlich ausgehebelt, wenn man Einschlafen und Schlafen in gewisser Weise trennt. Ebenfalls eher störend empfand ich einige Wiederholungen, die es so nicht gebraucht hätte; die jedoch genau genommen auch nicht gravierend sind.
Fazit
Trotz der eben erwähnten Schwächen in Schlaf und Traum bzw. meiner anfänglichen Probleme mit dem Buch möchte ich mit etwas zeitlichem Abstand vier Punkte von fünf Punkten dafür vergeben, da es wie bereits erwähnt gleichermaßen informativ wie unterhaltsam ist und die darin vorgestellten Tipps wirken.
Copyright © 2011 by Antje Jürgens (AJ)
Geschrieben in 4 von 5 Punkten, Autoren U - Z, Fach- & Sachbuch | Keine Kommentare »
14.3.2011 von Ati.
Anne Plichota & Cendrine Wolf
Oksa Pollock – Die Unverhoffte
Originaltitel: Oksa Pollock – L’Inespérée
aus dem Französischen übersetzt von Bettina Bach und Lisa-Maria Rust
Friedrich Oetinger GmbH
ISBN 978-3789145025
ISBN 3789145025
Jugendbuch, Fantasy, 12 – 13 Jahre
deutsche Erstausgabe 2011 Umschlaggestaltung Jonas Schenk
gebundene Ausgabe, 590 Seiten
[D] 19,95 €
Zum Autorenteam und dem Weg ihres Buches zu den deutschen Lesern
Zwei Bibliothekarinnen haben die Geschichte um Oksa Pollock aus der Taufe gehoben. Cendrine Wolf wurde 1969 im Elsass geboren und ist nach ihrer Ausbildung zur Sportlehrerin und besagter Bibliothekarinnentätigkeit heute freiberufliche Autorin. Anne Plichota wurde 1968 in Frankreich geboren, studierte Chinesisch und Kulturwissenschaften, lebte einige Jahre in Asien und ist heute noch als Bibliothekarin tätig.
Das Manuskript wurde ursprünglich im Selbstverlag verlegt und erlitt dank engagierter Fans nicht Schiffbruch, wie so viele Bücher unbekannter Autoren. Dass in Frankreich stolze 14.000 Exemplare davon verkauft wurden, haben die Autorinnen nicht nur ihrem Schreibstil, sondern auch ihrer Fangemeinde zu verdanken. Der zunächst kleine, begeisterte Lesekreis, ist mittlerweile zu einem Fanklub mit mehreren Tausend Mitgliedern angewachsen (und auch nach Deutschland übergeschwappt). Einer dieser Fans – der damals 14jährige Fanklubsprecher - reagierte, als die beiden Jungautorinnen 2009 aus Kostengründen nicht an der Pariser Jugendbuchmesse teilnehmen konnten. Er schrieb einen erbosten Brief an Pressestellen und Verlage. Seine Worte fanden Gehör und der XO-Verlag reagierte noch im gleichen Jahr mit einem entsprechenden Angebot an die Autorinnen. Der Verlag startete die Erstauflage von Oksa Pollock – L’Inespérée mit 50.000 Exemplaren. Und – nur ein Jahr später geisterte Oksa Pollock auch in Deutschland durch die Nachrichtenagenturen beziehungsweise ist bei uns im Buchhandel zu finden.
Zum Buch / Meine Meinung
Ein junges Mädchen ziert das Cover des blau gehaltenen Buches. Ein paar Pflanzenranken sind um sie herum und ein kleines Feuer befindet sich in Oksas Hand. Sie lächelt verschmitzt. Die Inhaltsangabe verrät Folgendes:
„Doch heute Morgen war alles anders … Ein Traum war in ihr echtes Leben eingedrungen. Ihre verbrannten Finger erinnerten sie schmerzhaft daran. Oksa hatte sich oft gewünscht, solche Dinge wie heute Nacht zu tun. Aber als der Traum Realität geworden war, hatte sie einfach nur furchtbare Angst gehabt.
Eigentlich macht Oksa Karate und ist die Schnellste auf den Inlinern. Und in ihren Träumen ist sie eine Ninjakämpferin, die es mit dem fiesen Klassenlehrer Mc Graw aufnehmen kann. Doch als sie eines Tages feststellt, dass sie ungeahnte Fähigkeiten hat, ist Oksa außer sich. Warum erfährt sie erst jetzt von dem Familiengeheimnis, das sie vor die unglaublichste Herausforderung ihres Lebens stellt und sie außerdem noch in allergrößte Gefahr bringt?“
Auf 590 Seiten kann der Leser in die Anfänge von Oksas Welt eintauchen, die sich von heute auf morgen verändert. Es handelt sich bei Oksa Pollock – Die Unverhoffte um den Auftaktroman, dem zumindest in Frankreich schon mal fünf weitere Bände folgen sollen. Die Idee dazu ist nicht unbedingt neu – es geht, wie in so vielen Büchern auch in dieser neuen Buchreihe, um den uralten Kampf Gut gegen Böse, Vertreibung aus dem Paradies und Rückkehr in dasselbe. Und das alles dank eines bis dahin normalen Menschen, der seine übernatürlichen Fähigkeiten entdeckt. Es gibt, wie so oft, eine uralte Prophezeiung. Und obwohl es diverse Ähnlichkeiten zu anderen Fantasygeschichten gibt, wurde dank Plichota und Wolf alles erfrischend anders verpackt.
Die Geschichte spielt größtenteils in England in der Gegenwart, doch könnte sie auch an jedem beliebigen anderen Ort stattfinden. Denn genau genommen geht es um eine in der realen Welt angesiedelte, abseits des verlorenen Paradieses liegende, fantastische Szenerie. Der Roman beginnt im Prolog mit Oksas Geburt und macht dann im ersten Kapitel einen Sprung nach England und startet 13 Jahre später. Der größte Teil des ersten Bandes wird aus Oksas Sicht (aber nicht von ihr) erzählt. Zusätzliche Perspektiven bieten Passagen, die sich etwa um ihre Großmutter (und mit ihr um Edefia) drehen.
Oksa entdeckt kurz nach ihrem Umzug von Frankreich nach England, dass mit ihr etwas nicht stimmt und bald darauf, dass der Großteil ihrer Familie und sogar der eine oder andere aus dem Freundeskreis ebenfalls nicht ganz so ist, wie sie bisher dachte. Darüber hinaus lernt sie Wesen kennen, von deren Existenz sie nichts ahnte, die aber genau genommen immer in ihrer unmittelbaren Umgebung waren.
So haben die Autorinnen liebenswert-komische Plemplems in die Geschichte geschrieben, deren Sprache eindeutig an … sagen wir … sehr kostengünstige Übersetzungssoftware aus Asien erinnert. Da gibt es Goranovs – das sind Pflanzen, die so hysterisch sind, dass sie bei der kleinsten Kleinigkeit in eine für sie gnädige Ohnmacht versinken und für die Flugzeuge die reinste Folter sind. Das sind nur zwei der vielen Kreaturen, deren Bekanntschaft Oksa mit ihrem Freund Gus (den ebenfalls ein Geheimnis umgibt) fortan macht. All diese Wesen haben gemeinsam, dass sie sprechen können und genau wie ihre Großmutter und etliche Flüchtlinge gehören sie zu der Gruppe Rette-sich-wer-kann aus Edefia – einer Parallelwelt der uns bekannten Erde. Die noch dort leben sind im Da-Drinnen, während normale Menschen im Da-Draußen sind. Überhaupt sind viele Begriffe in der Geschichte recht wörtlich zu nehmen, was für amüsiert zuckende Mundwinkel sorgt. Jeder, der mit Oksa in Verbindung steht, hat eine eigene Geschichte, die deutlich wird, ohne von Oksa abzulenken. Alle sind so herausgearbeitet, dass sie – ohne eine wirklich tragende Rolle einzunehmen – nicht nur blasse Nebenfiguren sind.
Abgesehen davon muss Oksa auch feststellen, dass sie seltsame Dinge kann. Etwa Gegenstände bewegen, ohne sie anfassen zu müssen. Schweben, Feuer entfachen, ja in gewisser Weise sogar auf das Wetter einwirken. All das und noch einiges mehr. Dass alles sich an der Schwelle zu ihrer Pubertät bemerkbar macht, erleichtert die Sache trotz einer gewissen Unterstützung durch Gus und ihre Familie nicht gerade. Dass es offenbar allein an ihr liegt, Edefia und die Rette-sich-wer-kann zu retten, tut ein übriges. Die neuen Fähigkeiten fliegen ihr förmlich zu und sie sperrt sich nicht gegen sie. Oksa präsentiert sich aufbrausend, zickig, teilweise unbeholfen und oftmals unbeherrscht, überaus neugierig, oft vorschnell und bisweilen erschreckend enervierend – also eigentlich wie jeder halbwegs normale Teenie. Da sie jedoch diese besonderen Fähigkeiten entwickelt, gerät das eine oder andere, was sie macht, schon mal außer Kontrolle. Es ist überaus verlockend, ihre Kräfte einzusetzen und unendlich schwer, die dadurch gewonnene Macht nicht zu missbrauchen. Was unsympathisch wirken könnte, hätten die Autorinnen es nicht gleichzeitig geschafft, ihre Hauptfigur kindlich liebenswert und verletzlich zu zeichnen. Beides zusammengenommen macht den Charakter glaubwürdig.
Bei der Fülle an Informationen, die im ersten Oksa-Pollock-Teil auf den Leser einstürmen, kommt der rote Faden fast zu kurz, geht allerdings nicht völlig unter. Der Weg zur letzten Seite ist das eine oder andere Mal etwas vorhersehbar, bietet jedoch gleichzeitig auch Abwechslung. Dennoch leidet das eine oder andere Mal die Spannung ein wenig. Die verwendeten magischen Elemente sind nicht übertrieben dargestellt und lesen sich sehr angenehm. Die Charaktere sind klar gezeichnet, die Atmosphäre ist dicht aufgebaut. Gleichzeitig lässt sich das Buch flüssig lesen und man lernt Oksa, Gus und ihre Familie kennen; bekommt darüber hinaus unzählige Hinweise auf das verlorene Edefia. Stück für Stück wird zusätzlich von der ersten Seite an eine Gefahrensituation aufgebaut, ein Gegenpart in Form eines ebenfalls aus Edefia entkommenen Aufständischen bzw. dessen Nachkommen.
Wie bereits erwähnt, ist die Geschichte flüssig geschrieben und leicht zu lesen. Der augenzwinkernde Touch, mit dem Plichota und Wolf die Handlungsfäden spinnen und ihre Charaktere sprechen lassen, unterscheidet Oksa Pollock – Die Unverhoffte von anderen Geschichten. Kampfszenen gibt es aufgrund der vorhandenen Bedrohung zwar durchaus, allerdings sind sie durch die Auswahl der Oksa und den Rette-sich-wer-kann zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln eher amüsant zu lesen. Die stellenweise sehr kindlich gezeichnete Fantasiewelt der Autorinnen hat hier erfreulicherweise eindeutig über die in die Geschichte verwobene Bedrohungssituation gesiegt. Das Buch kann deshalb für mein Dafürhalten auch getrost an jüngere Leser weitergegeben oder vorgelesen werden.
Fazit
Wie sage ich es? Ein überaus augenzwinkernder Auftakt zu einer neuen Fantasyreihe? Ja, ich denke das trifft es. Der Humor kommt in dieser Geschichte genauso wenig zu kurz wie die Fantasie. Oksa Pollock – Die Unverhoffte ist ein gelungener Auftaktroman zu einer Reihe, die es nicht nur aufgrund des offenen Endes weiterzuverfolgen lohnt und für den ich 4,5 von 5 Punkten vergeben möchte.
Copyright © 2011 by Antje Jürgens (AJ)
Geschrieben in Autoren U - Z, 5 von 5 Punkten, Autoren M - P, Abenteuer, Fantasy & Horror, All Age, Kinder- & Jugendbuch, Roman | Keine Kommentare »
7.3.2011 von Ati.
J. R. Ward
Vampirsohn
Originaltitel: Story of son
aus dem Amerikanischen übersetzt von Corinna Vierkant
Wilhelm Heyne Verlag München
ISBN 978-3453527898
ISBN 3453527895
Fantasy, Chick-Lit
Deutsche Erstausgabe 2011
Umschlaggestaltung Nele Schütz Design, München
Taschenbuch mit Klappenbroschur, 144 Seiten
[D] 5,99 €
Zur Autorin
Zitat Verlagsseite
J. R. Ward ist in den USA eine der erfolgreichsten Bestseller-Autorinnen für die Mischung aus Mystery und Romance. Nach einem Studium der Rechtswissenschaften war sie zunächst im Gesundheitswesen tätig, wo sie unter anderem die Personalabteilung einer der renommiertesten Klinken des Landes leitete. Ihre “Black Dagger”-Romane haben in kürzester Zeit die internationalen Bestsellerlisten erobert. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Hund lebt J. R. Ward im Süden der USA.
Zum Buch / Meine Meinung
Was sagt die Inhaltsangabe?
Seit Jahrzehnten wird der Vampir Michael im Keller eines uralten Hauses gefangen gehalten. Bis die toughe Anwältin Claire ihm gezwungenermaßen einige Tage Gesellschaft leistet und in ihm eine bis dahin unbekannte Leidenschaft entfacht.
Eine kleine Novelle als Verpackung für Black Dagger-Werbung? Obwohl ich bereits mehrfach geoutete Black Dagger-Anhängerin, und damit zwangsläufig Ward-Fan bin, war genau das der erste Gedanke, der mir angesichts des Buches einfiel. Das Cover ist in gewohnter Manier gehalten. Ein paar flatternde Fledermaussilhouetten, vor einem bläulichen Hintergrund mit Vollmond, ein blasses Frauengesicht, etwas Blut. Schön und wenig aussagekräftig zugleich. Die Coverinnenseite vorne eine Werbefläche für die ersten Black Dagger-Romane, die hinten für Romane weiterer Heyne-Autorinnen. Alles vor blauem, leinwandähnlich wirkendem Untergrund mit Ranken und Fledermäusen. Leider sind auch die sechs letzten Buchseiten allein der Auflistung der Ward-Romane bei Heyne gewidmet. Nimmt man noch die Impressumsseiten, etc. weg, bleiben von den 144 Seiten gerade noch 130 für die 5,99 €, die die Novelle kostet.
Wer jetzt angesichts der Aufmachung denkt, dass Vampirsohn etwas mit den Black Daggern gemein hat, irrt. Eine eventuelle Verbindung besteht zwar beim Handlungsort (Caldwell, N. Y.) bzw. darin, dass Michael Blut zum Überleben benötigt. Oder beim Bindungsduft und sonstigen diversen Kleinigkeiten, die stark an bestimmte Merkmale der Krieger erinnern. Handlungstechnisch hat das aber keine Relevanz. Ansonsten beinhaltet die Novelle das, was auf der Rückseite des Buches in drei Worten beschrieben wird: schnell, packend, sexy.
Das schnell ergibt sich schon aus der Tatsache, dass Vampirsohn „nur“ eine Novelle ist. Entsprechend kurz muss alles gefasst sein. Einen Großteil der 130 Seiten nehmen die drei Tage ein, die Claire in Gesellschaft von Michael verbringen muss. Wie sie wieder getrennt werden, und ob bzw. wie es weitergeht (wir ahnen ja alle wie es ausgeht), verliert sich dagegen fast in der Eile, mit der Ward zum Abschluss kommt.
Nichtsdestotrotz hat mir ihre Beschreibung des Vampirs gefallen, der so ganz anders als ihre Krieger oder auch die von ihr in der Reihe gezeichneten Zivilvampire ist. Auch Claire kam glaubwürdig herüber, wenngleich sie sich natürlich nahezu blitzartig mit ihrer Situation abfinden musste. Natürlich kann kein Charakter bei 130 Seiten völlig ausgereift sein. Natürlich bleibt da vieles im Dunkeln. Aber wie gesagt, es handelt sich ja um eine Novelle und keinen Roman. Und die ist in gewohnter Ward-Art geschrieben. Flüssig zu lesen, bei aller Kürze spannend und sexy allemal.
Fazit
Lesequickie, der vermutlich niemals ausgebaut wird. Was schade ist – Michael wirkt sehr sympathisch und bekommt 5 von 5 Punkten.
Copyright © 2011 by Antje Jürgens (AJ)
Geschrieben in Belletristik, 5 von 5 Punkten, Autoren U - Z, Fantasy & Horror, Roman | Keine Kommentare »
16.2.2011 von Ati.
Isabel Wolff
Der Stoff, aus dem die Liebe ist
Originalausgabe: A Vintage Affair
Rowohlt Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3499252860
ISBN 3499252864
Roman
Deutsche Erstausgabe 2010
aus dem Englischen übersetzt von Elvira Willems
Umschlaggestaltung Hauptmann & Kompanie Werbeagentur, Zürich
Taschenbuch, 432 Seiten
[D] 9,95 €
Zur Autorin
Die in London lebende und aus Warwickshire stammende Autorin Isabel Wolff ist in der Bücherwelt nicht ganz unbekannt. Ihre Romane wurden bereits in 23 Sprachen übersetzt. Neben ihren schriftstellerischen Ambitionen ist sie als freie Journalistin für verschiedene britische Zeitschriften und die BBC tätig. Mit „Der Stoff aus dem die Liebe ist“ bringt die Bestsellerautorin ihr neuestes Buch auf den Markt.
Zum Buch / Meine Meinung
Zitat Inhaltsangabe:
Jedes Kleid hat ein Geheimnis. Jede Frau auch …
Endlich ist Phoebes großer Traum wahr geworden: Sie hat einen Laden für Vintage-Mode eröffnet. Jede der rauschenden Abendroben erzählt eine Geschichte. Und nichts macht Phoebe glücklicher, als das richtige Kleid für die richtige Frau zu finden. Doch noch immer überschattet ein schreckliches Ereignis ihr Leben. Damals hat sie nicht nur ihre große Liebe verloren, sondern auch die beste Freundin - für immer. Erst als Phoebe die Französin Thérèse kennenlernt, findet sie die Kraft, sich der Vergangenheit zu stellen. Denn die alte Dame weiß, was Schuld bedeutet …
Das gibt eigentlich sehr gut wieder, worum es in dem Buch geht. Oder zumindest gehen sollte. Was es bedauerlicherweise nicht beschreibt, ist das, was mich bereits zu Anfang des Buches fast vom Lesen der eigentlich guten Idee abgehalten hat. Die einen begeistert es, bei mir führte es dazu, dass sich meine Nackenhaare sträubten. Die Darstellung des Vintage-Elements kam so plakativ und vor allem penetrant oft vor, dass es sich geradezu in den Vordergrund drängte und sowohl die eigentlichen Haupt-, wie auch diverse Randfiguren im Gegenzug beiseiteschob. Kleider erzählen – wie viele alte Dinge – Geschichten und können spannend sein. Doch für mein Dafürhalten war bereits die eigentliche Grundidee des Buches etwas, das genug Spannung bot.
„Der Stoff aus dem die Liebe ist“ lernen wir dank Phoebe kennen, die die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt. Phoebe, eine junge Frau im England der Gegenwart, die gerade aus ihrem bisherigen Leben ausgebrochen ist, ihre Stellung gekündigt und sich von dem Mann getrennt hat, den sie eigentlich heiraten wollte. Das alles geschieht, nachdem ihre beste Freundin aus Kindertagen gestorben ist, die in den Wochen vor ihrem Tod unendlich unglücklich war. Phoebe, die damit leben muss, dass Emma – über die sie Guy kennengelernt hat – in den gleichen Mann wie sie verliebt war. Den Mann, der in Phoebes Augen für Emmas Tod mit verantwortlich ist. Um keinen Ärger mit Guy zu provozieren, ignorierte sie einen Hilferuf ihrer Freundin, für die daraufhin jede Hilfe zu spät kam.
Die Frage, wie tief Phoebes Trauma tatsächlich ist, wie nachvollziehbar ihre Entscheidungen sind, stellt sich sehr bald. Während sie einerseits nach Emmas Tod und ihrer Trennung von Guy (sie verliert ihn nicht, sie trennt sich bewusst von ihm) jeden Kontakt zu diesem meidet, lernt sie andererseits unmittelbar bei bzw. nach der Eröffnung ihres zwei Männer kennen, denen sie den Kopf verdreht und auf die sie sich mehr oder weniger ernsthaft einlässt. Der eine, Dan, scheint ein Habenichts und Überlebenskünstler zu sein. Der andere, Miles, ist älter als sie, allein erziehender Vater und nicht ganz unvermögend. Phoebes Tun wirkt oberflächlich in Anbetracht des Traumas, das sie erlebt hat. Da speziell dieses Trauma essenzieller Bestandteil des Plots ist, wirkt entweder die dargestellte Traumatisierung oder der Neustart nicht sehr glaubwürdig auf mich. Zum einen hat sie ihre seit Kindertagen bestehende Freundschaft mit Emma für die Liebe zu Guy geopfert und will sich - durchaus nachvollziehbar - aus purem Selbstschutz nicht mit der Thematik befassen. Zum anderen ist sie schon für etwas Neues offen, obwohl sie so traumatisiert.
Eine wirkliche Aufarbeitung von Emmas Tod und damit eigentlich von Phoebes schmerzlichem Erleben findet nicht statt. Dafür hat Phoebe genau genommen auch keine Zeit. Abgesehen davon, dass dieser Handlungsstrang nur wenige Monate umfasst, beinhaltet er einfach zu viel. Nur Monate nach dem Tod ihrer Freundin hat sie völlig mit ihrem alten Leben gebrochen und startet neu durch, verliebt sich neu, wird beruflich aus dem Stehgreif erfolgreich. Sie laviert sich durch unzählige kleinere Nebenschauplätze – etwa dem Leben von Miles mitsamt seiner schwierigen Beziehung zu seiner Tochter im Teenageralter einschließlich eines Buches seines Weingutes. Die schwierige Beziehung ihrer Eltern gehört ebenso wie die einzelnen Facetten, die Dan ihr so bietet, dazu. Oder die Gedanken, die sie sich um ihre Kundinnen macht.
Nicht zu vergessen natürlich ihre Begegnung mit Thérèse, durch die quasi von außen die Erkenntnis von Phoebes eigentlichen Schuldgefühlen gegenüber Emma wirklich deutlich wird. Thérèse, die sich am Ende ihres Lebens von vielen Dingen trennen muss. Der blaue Kindermantel, den Phoebe dabei entdeckt, gehört jedoch nicht dazu. Er hat eine viel zu persönliche Geschichte, in der es auch um Schuld oder vielmehr um naives und missbrauchtes Vertrauen geht. Phoebe bringt Thérèse nicht nur dazu, ihr genau diese Geschichte zu erzählen, sie öffnet sich selbst gegenüber der alten Frau bei diesen Treffen überraschend schnell und gelangt so zu der oben angesprochenen Erkenntnis. Es war ihre Entscheidung, Emmas Bitte um Hilfe zu ignorieren. Ihre Entscheidung sie auf später zu vertrösten. Dieses Eingeständnis hilft ihr zwar, die Welt wieder mit etwas anderen Augen zu sehen, ließ bei mir jedoch ein gewisses Gefühl von Betrogenheit zurück, da sie es sich nicht wirklich selbst erarbeitet hat. Hier fehlt einfach etwas.
Die Geschichte hat ein Happy End und doch auch wieder nicht. Thérèse stirbt erst, als sie dank Phoebes Engagement erfährt, was genau aus dem Mädchen ihrer Kindheit wurde, für das sie den blauen Mantel all die Jahrzehnte aufgehoben hat. Dieser Part der Geschichte ist so lebensnah dargestellt, dass die Erlebnisse der todkranken, dahinsiechenden Thérèse im Europa des 2. Weltkriegs nicht spurlos vorbeiziehen, kann jedoch die oben erwähnten Mängel nicht aufheben.
Und Phoebe? Die hat eindeutig eine neue Happy-End-Perspektive, diesem Handlungsstrang fehlt jedoch die Konsequenz.
Fazit
Wer mehr über Mode und Vintage erfahren möchte, oder auch über Wein, der wird von der Leidenschaftlichkeit, mit der das in diesem Roman thematisiert wird, angenehm überrascht sein. Bedauerlicherweise ist jedoch die eigentlich gute Grundidee nicht konsequent umgesetzt, seltsam offen und eher seicht abgefasst. Leider hat sich die Autorin in zu vielen Nebenschauplätzen verzettelt. Hier wäre weniger mehr gewesen, oder hätte alternativ mehr Seiten gebraucht. Auf einer Punkteskala von 1 bis 5 würde ich deshalb nur 2 Punkte vergeben – für den Part von Thérèse.
Copyright © 2011 by Antje Jürgens (AJ)
Geschrieben in 2 von 5 Punkten, Autoren U - Z, Roman | Keine Kommentare »
2.11.2010 von Ati.
Das große Buch der Farben
Von Klausbernd Vollmar
Königsfurt-Urania Verlag GmbH
ISBN 978-3868261097
Sachbuch
2. Auflage 2010
Umschlaggestaltung Antje Betken
Illustrationen Monika Obser
Softcover 288 Seiten
€ 14,90 [D]
www.koenigsfurt-urania.com
Zum Autor
Der 1946 bei Köln geborene Autor und Diplom-Psychologe reiste zunächst einmal lernend und arbeitend durch die Welt (Finnland, Kannada) bevor er sein Zweitstudium in Psychologie begann. Er lebte und arbeitete in Holland und Nepal, ist Mitbegründer der Internetfirma TraumOnline und lebt heute in England. Seit Jahren hält er Seminare und Vorträge, führt Beratungen und Team-Coachings und schreibt. Seine Bücher wurden in mehr als 15 Sprachen übersetzt. (Weitere Infos unter www.kbvollmar.de oder auch www.traumonline.eu)
Zum Buch/Meine Meinung
Gleich vorab – ich bin von diesem Buch begeistert. Worum es geht? Nun wie der Titel schon sagt, um Farben. Farben, die immer um uns herum sind. Künstlich hergestellt oder natürlichen Ursprungs können sie uns genauso heilen, wie gesund machen. Unsere Tagesform lässt uns bestimmte Farben bevorzugen oder ablehnen, während die Farben gleichzeitig unsere Launen beeinflussen. Das Problem unserer „farbigen Welt“ ist, dass vieles in einem Einheitsbrei an Farben zu versinken droht und nicht wenige von uns das meiste nur noch schmutzig-braun, grau oder gar schwarz wahrnehmen. Was tun?
Die aufmerksame Lektüre von Vollmars Buch könnte einen Schritt in die richtige Richtung weisen. Sein Wissen aus über 30 Jahren über der Wirkung der Farben auf unser Leben ist sehr umfangreich. Herausgekommen ist dabei unter anderem das gerade vor mir liegende Buch. Es enthält ein breites Informationsspektrum zu:
- Psychologie und Symbolik der Farben,
- Einrichtungstipps,
- Farbtypen, Kleidung und Make-up,
- Wirkung verschiedener Farben aufeinander,
- Farbenlehren von Newton, Goethe bis zur Moderne,
- Volkswissen und Mythologie,
- Herkunft der Farbbezeichnungen und Pigmente,
- Wichtige Tipps für Kunstmaler und Handwerker,
- Heilen mit Pflanzen, Steinen und ihren Farben,
- Farbmeditationen und Wahrnehmungsübungen.
Hört sich umfangreich an, ist aber so anschaulich beschrieben, dass tatsächlich jeder einiges daraus sofort problemlos auf sich beziehen und für sich nutzen kann. Kein trockenes Fachsimpeln, sondern ein anschauliches Lehrbuch erwartet einen, wenn man die erste Seite aufschlägt. Nach einer Einführung wird auf 110 Seiten zunächst auf die Primärfarben (Gelb, Blau und Rot) eingegangen. Danach folgen 61 Seiten zu den Sekundärfarben (Violett, Orange und Grün), 3 Seiten Lichtfarben (entstehen durch selbstleuchtende Körper, fluoreszierende Zifferblätter oder gefärbte Glühbirnen), 18 Seiten Tertiärfarben (Braun, Olive oder buntes Grau), 18 Seiten Metallfarben (etwa Gold oder Silber) und 51 Seiten „unbunte“ Farben (etwa schwarz oder weiß, auch wenn das oft nicht als Farbe betrachtet wird), bevor das Buch mit Anmerkungen ausklingt. Sukzessive, logisch und leicht verständlich werden die Farben abgearbeitet, sodass eigentlich keine Fragen übrig bleiben.
Fazit:
Auch hier würde ich sagen, dass das Buch in die Kategorie „gelebtes Wissen“ gehört. Wer es aufmerksam liest, wird vielleicht künftig nicht nur erkennen, was sein Gegenüber durch die Wahl der von ihm gewählten Farben ausdrückt, sondern sich vielleicht selbst mit den richtigen Farben in der einen oder anderen Situation helfen können.
Empfehlenswert? Auf alle Fälle. Ich habe, obwohl ich mich schon lange für Farben interessiere, einiges darin gefunden, was ich noch nicht wusste. Kein entspannendes Lesebuch, sondern ein fundiertes Nachschlagewerk, welches ich sicher noch gerne und oft in die Hand nehmen werde.
Copyright © 2010 by Antje Jürgens
Geschrieben in 5 von 5 Punkten, Autoren U - Z, Gesundheit, Fach- & Sachbuch, Esoterik | Keine Kommentare »
1.11.2010 von Ati.
Carsten Zehm
Die Chroniken der Reisenden – Staubkristall
ACABUS Verlag Hamburg
ISBN 978-3941404045
Fantasyroman
Originalausgabe 2010
Umschlaggestaltung grafikdesign-silvia.de
Taschenbuch 232 Seiten
€ 14,90 [D]
Verlagsseite www.abacus-verlag.de
Autorenseite www.carsten-zehm.de und www.chroniken-der-reisenden.de
Zum Autor
Der 1962 in Erfurt geborene Berufsschullehrer und Autor stellt mit „Die Chroniken der Reisenden – Staubkristall“ seinen ersten Roman vor. Die Idee zu der in diesem Buch erwähnten „Schwelle“ kam ihm bereits in seiner Jugend. Doch obwohl er sich schon immer gerne dem Fantasygenre (mit Ausflügen zu Märchen, Krimis und Horror) widmete, schrieb er lange Zeit nur Kurzgeschichten. Viele davon wurden ab 2004 in diversen Anthologien oder der Tagespresse veröffentlicht. 2009 erschien sein erstes Kinderbuch.
Zum Buch/Meine Meinung
Was, wenn unsere Erde nur eine Erscheinungsform von vielen ist, nur eine Ebene von scheinbar unendlich vielen Parallelwelten? Was, wenn diese Welten durch ein System miteinander verbunden sind?
Es ist die ‚Schwelle’, welche Reisende auswählt und diese auf andere Ebenen der Erde schickt, weil sie dort eine Aufgabe zu erfüllen haben.
Ihre Abenteuer sind festgehalten in den ‘Chroniken der Reisenden’.
Nach diesen vielversprechend klingenden Worten habe ich mich neugierig an den 232 Seiten starken Roman gemacht – und ihn in einem Rutsch durchgelesen. Und ich bin sicher, dass es vielen Lesern ebenso gehen wird.
Warum? Eigentlich ist die Idee nichts grundsätzlich Neues. Es geht um die bekannte Erzählung von Zerstörung und Vertreibung aus dem Paradies, und dem Versuch es wieder zurückzugewinnen. Es gibt eine uralte Prophezeiung, die Möglichkeit zwischen Welten zu wandeln, die zur nah und doch unerreichbar scheinenden Lösung des Problems führt. Menschen gelangen in eine andere Welt und müssen eine nahezu unlösbare Aufgabe erfüllen, um diese Welt zu retten, bevor sie wieder in ihre eigene zurückdürfen. Etwas Altbekanntes also, das aber so wie von Zehm beschrieben zu einem kurzweiligen und packenden Lesegenuss wird.
Wer in diese Fantasywelt – wie auf der Buchrückseite beschrieben, eine parallele Ebene der Erde, in der die Uhren etwas anders gehen und fremdartige Pflanzen und Wesen existieren, aber durch die gleich aussehenden Gestirne eben doch ein Bezug zu unserer Welt da ist – eintaucht, bekommt sehr klar gezeichnete Figuren zu sehen. Der Leser der Chroniken wird in ein wunderschön gewobenes Geflecht aus Abenteuer, Liebe, Hoffnung und Verzweiflung geführt. Läuft durch die herrlichen Beschreibungen von Figuren und Landschaften quasi neben dem Protagonistenpärchen her und lacht oder leidet mit ihnen.
Auf ihrer Hochzeitsreise, zu der sich Karen nur widerstrebend überreden lässt, weil es sich nicht um einen von ihr favorisierten Pauschalurlaub, sondern um eine Trekkingtour in Deutschland handelt, geraten die beiden in unvorhergesehene Schwierigkeiten. Einer inneren Stimme folgend, macht sich Mihai auf, einen alten Stollen zu erkunden und als Karen ihm zunächst besorgt, dann eher leicht wütend folgt, muss sie mit Entsetzen feststellen, dass ihr Mann gerade durch einen Felsen vor ihren Augen verschwindet. Ohne groß nachzudenken, greift auch sie in diesen Stein, wagt einen Schritt nach vorne, dann noch einen und landet plötzlich, genau wie Mihai vor ihr, in der anderen Ebene. Ein Zurück gibt es nicht.
Das junge Paar – ganz Mensch – denkt sich zuerst irgendwo sicher Hilfe finden zu können. Wer geht schon bei genauerem Nachdenken einfach so durch Felswände, nachdem eine Stimme ihn gerufen hat? Es darf einfach nicht sein, was nicht sein kann. Sie marschieren los, in der Hoffnung eine Straße, Ansiedlung, Menschen zu finden. Doch bei einer Rast beginnt Mihai, genauer hinzusehen. Ihm fallen Merkwürdigkeiten an den Insekten auf. Es gibt keine größeren Tiere. Der Wald ist eigentümlich rötlich gefärbt, worauf der Verdacht in ihm erwacht, dass sie durch einen dummen Zufall auf einem atomaren Testgelände gelandet sind. Als sie kurz darauf Geräusche hören, die auf Funkgeräte schließen lassen und Gestalten sehen, die den Wald durchstreifen, versuchen sie so unsichtbar wie möglich zu bleiben, denn die Gestalten scheinen bewaffnet. Und bevor sie noch richtig begreifen, dass sie riesige aufrecht gehende Echsen vor sich haben, werden sie schon von diesen gefangen genommen und nicht sehr sanft, aber überaus neugierig betrachtet. Die Geräusche kamen nicht aus Funkgeräten, sondern direkt von den sich unterhaltenden Echsen. Es scheint keine Möglichkeit der Verständigung zu geben. Bis sie nach einigen Problemen in die Siedlung der Echsen kommen und durch einen sogenannten Hüter und dessen Nachfolgerin, die ihre Sprache sprechen, die eine oder andere Unklarheit ausgeräumt werden kann bzw. erst neu entsteht. Denn obwohl die Echsen schon mit Reisenden der Ebenen in Kontakt gekommen sind, ist ihnen noch nie jemand begegnet, der völlig unvorbereitet, zu zweit und vor allem ohne ihr Wissen in der Echsenebene gelandet ist. Die Echsen bemerkten, dass jemand eintraf, haben aber genau wie die Menschen keinen Plan, was diese genau machen sollen.
Doch sehr schnell kristallisiert sich heraus, dass sie den Staubkristall – eine uralte Waffe – zurückholen müssen, der kurz zuvor aus dem Dorf gestohlen wurde. Eine ebenso alte Prophezeiung sagt voraus, dass nach der Zerstörung der Echsenebene auch andere Ebenen der Erde vom Schattenherrn (dem Dieb des Kristalls) und dem von ihm geschaffenen Wesen erobert werden. Bereits jetzt scheint die Sonne nur noch durch einen grauen Schleier hindurch, raubt den Echsen zunehmend Kraft und zerstört sukzessive die Ebene der Echsen samt ihren Bewohnern.
Die beiden machen sich also auf, ihre Mission zu erfüllen. Begleitet von Echsen, die ihnen alle nicht feindlich, sondern freundschaftlich gesonnen sind. Echsen, die geistig hoch entwickelt sind, obwohl sie andererseits wie in der Steinzeit leben. Die, obwohl man es nicht einfach so sieht, tief empfinden und Moralvorstellungen haben. Echsen, die ihr eigenes Leben opfern, um das ihre zu retten. Denn Karen zieht wieder und wieder Kreaturen an, die ansonsten nie auf den Gedanken kämen, die Echsen anzugreifen. Auch die Pflanzen scheinen sich letztlich gegen sie verschworen zu haben.
Die Reise und Aufgabe der Menschen und ihrer Echsenfreunde ist lang und beschwerlich und wird immer schwieriger, weil die Kraft der Echsen mit dem immer weniger werdenden Sonnenlicht zusehends schwindet. Weil Verletzte und Tote zu beklagen sind. Zuletzt müssen Karen und Mihai alleine weiterziehen und gegen den Schattenherrn kämpfen. Ein Kampf, der einen hohen Preis fordert. Ein Kampf, der von vornherein eher für Karen als für den „gerufenen“ Mihai gedacht war? Zumal der Schattenherr ein besonderes Interesse an Mihai hat.
Besonders gefallen hat mir, dass Zehm seine „Menschen“ menschlich kämpfen ließ. Genau wie die Echsen. Diese Geschichte kommt ohne Zaubersprüche aus. Es werden keine Feuerbälle wie so oft geschleudert. Es gibt keine wirbelnden Lichtschwerter. Mit Pfeil und Bogen, Messern und vor allem Köpfchen müssen sich Karen und Mihai und ihre Freunde verteidigen und angreifen. Ihre tierischen oder pflanzlichen Widersacher, die unter dem Einfluss des Schattenherrn stehen, werden nicht einfach als böse klassifiziert. Die Unterhaltungen zwischen Hüter und Menschen weisen die Eigenheiten auf, die eben auftauchen, wenn unterschiedliche Menschen bzw. Sprachen aufeinandertreffen und nur einer davon beide Sprachen kann. Es gibt kleinere Probleme, obwohl man im Großen und Ganzen miteinander reden kann. Karen und Mihai werden nicht zu übernatürlichen Helden stilisiert. Zehm lockert ihre Unterhaltungen mit kleinen Wortgefechten und Spitzfindigkeiten auf, die ich in kaum einem anderen Roman jemals auch nur angedeutet so gelesen habe und die die beiden einfach nur menschlich machen. Zu jemandem, der direkt neben uns leben könnte. Lässt sie lebendige Unterhaltungen führen, die teilweise vielleicht sogar an eigene Gespräche erinnern. Sie Erzieherin, er Lehrer. Sie Tochter einer Alkoholikerin, er ehemals selbst am Abgrund des Drogensumpfs. Genau das ist es übrigens, was die beiden zusammenschweißt und Kraft für das zu absolvierende Abenteuer gibt.
Fazit
Der Schreibstil Zehms, seine spannende Umsetzung einer an sich nicht unbekannten Idee: Für diese Geschichte würde ich auf einer Skala von 1 – 5 Punkten die volle Punktzahl vergeben. Es herrscht eine gesunde Ausgewogenheit zwischen Kampfszenen, dem Herantasten der unterschiedlichen Figuren untereinander, der Beziehung zwischen Mihai und Karen. Nichts wird irgendwo kopflastig oder zäh. Eine lebendige Geschichte, die sowohl für Jugendliche wie auch Erwachsene lesenswert ist.
Der letzte Satz im Buch macht Hoffnung auf eine Fortsetzung dieser, in meinen Augen empfehlenswerten, Fantasiegeschichte.
Copyright © 2010 by Antje Jürgens
Geschrieben in 5 von 5 Punkten, Autoren U - Z, Abenteuer, All Age, Kinder- & Jugendbuch, Fantasy & Horror | Keine Kommentare »
22.10.2010 von Ati.
Veronika Walden
Aufschrei der Seele
Medu-Verlag
ISBN 978-3-941955-07-3
Erfahrungen
Originalausgabe 2010
Umschlaggestaltung Daniela Tannebaum (Verlag)
Softcover, 169 Seiten
€ 14,95[D]
Zum Buch:
Über die Autorin vorweg etwas zu sagen ist unnötig, denn das Buch ist nicht nur von ihr, sondern es handelt auch von der 1946 geborenen und im Norden Deutschlands lebenden Veronika Walden. Genauer gesagt ist es ein Rückblick auf 25 Jahre Krankheit. Eine der Krankheiten, über die man gewöhnlich nicht einfach so laut spricht. Ein Erfahrungsbericht über das Funktionieren einer Frau, die neben Wahnvorstellungen und Depressionen Todessehnsucht verspürte und Wege aus ihrer Krankheit gesucht und teilweise gefunden hat.
Waldens Leben könnte Anfang der 1980er Jahre – von außen betrachtet – nicht schöner sein. Verheiratet, eine Tochter, ein schönes Zuhause in ihrer Traumwohnung mit nigelnagelneuer Einbauküche. Gut es gab immer mal wieder finanzielle Engpässe, weshalb sie schon kurz nach der Geburt ihrer Tochter Vanessa eine Arbeit suchen musste, um zum Familienunterhalt beizutragen. Dennoch, eigentlich scheint alles perfekt - und bis zu ihrem 35. Geburtstag hätte sie die Frage nach ihrem Befinden so beantwortet: Ich bin zufrieden mit meinem Leben und es geht mir gut. Ich liebe meinen Mann und meine Tochter über alles. Wir sind eine glückliche Familie.
Nur drei Jahre später haben sich massive Versagensängste in ihr Leben geschlichen und körperliche Beschwerden wie Schmerzen und Herzrhythmusstörungen oder Magen-Darm-Probleme dazugesellt. Beschwerden, auf die Ärzte ratlos reagieren, denn körperliche Ursachen liegen nicht vor. Lange Zeit versucht sie ihren Zustand nach außen so gut es geht zu verbergen, nicht ahnend, wie viel ihr persönliches Umfeld tatsächlich davon mitbekommt. Als eine Nachbarin in eine Nervenklinik eingewiesen wird bzw. diese ihr hinterher in ihrer Verzweiflung selbst erzählt, dass sie Mordfantasien gegen Walden hegt, ist plötzlich nichts mehr wie zuvor.
Abgesehen davon, dass die Ängste sich immer mehr verdichten – seltsamerweise nicht vor der Nachbarin mit den Mordfantasien – will sie selbst bisweilen am liebsten ihren Mann töten. Etwas, was für sie nicht nur unaussprechlich, sondern eigentlich auch unvorstellbar ist, denn Harmonie geht ihr über alles. Sogar über sich selbst.
Walden sucht Hilfe und findet sie auf einigen Umwegen bei einer Psychotherapeutin. Zwar muss sie die Behandlung selbst bezahlen, dafür stimmt die Chemie zwischen Patientin und Therapeutin und viele Erinnerungen und Dinge, die für Walden bislang nicht erkennbar waren, brechen sich ihre Bahn. Ihre Schuldgefühle bezüglich des Selbstmordes ihrer Mutter, nach dem sie wie selbstverständlich als gerade 17jährige die Versorgung ihres Vaters übernimmt, bis dieser wieder heiratet. Ihre Rolle als Hausmädchen und Kindermädchen im Haushalt ihrer Schwester aus der sie übergangslos in die Rolle der Ehefrau und Mutter schlüpft. Ein Mann, der eifersüchtig über sie wacht. Eine Ehe, in der der Mann das Geld heimbringt und seinen Hobbys frönt, während sie neben ihrer Arbeit den Haushalt ebenso wie die Finanzen führt, die Kindererziehung übernimmt und wenig eigene Interessen oder Freunde hat. Eine Ehe, die der ihrer Eltern sehr gleicht. Ihr eigener Hang zum Perfektionismus und zur Harmonie, der sie vieles schlucken lässt, bis es einfach nicht mehr geht und ihre Seele so laut um Hilfe zu rufen beginnt, dass sie es nicht mehr überhören kann.
Doch die Therapie ist langwierig und es fällt schwer bis fast unmöglich, ihre eigene Art, sich ständig zu überfordern, zu überwinden. Die Anforderungen, die das Familien- und Arbeitsleben an sie stellt, scheinen nahezu unvereinbar mit der Aufgabe, sich selbst zu finden. Erschwert wird das Ganze durch eine Waldens Krebserkrankung.
Der Glaube, diverse Therapien, und ihr eigener Wille zur Veränderung helfen, dennoch muss sie erkennen, dass es ein immerwährender Kampf sein wird und der Rückfall in alte Verhaltensmuster immer wieder passieren kann. Dass Vorwürfe alleine nicht richtig sind, dass ihr eigenes Verhalten die hauptsächliche, gar alleinige Ursache für ihren Zustand ist.
Ihre Ehe übersteht diese fast ein viertel Jahrhundert andauernde Belastungsprobe. Allerdings nur mehr oder weniger gut. Ihr Mann und sie driften auseinander, wobei nie eine wirkliche innere Verbundenheit zwischen ihnen bestand. Es fehlt die gemeinsame Sprache, die Themen, die wichtig sind, drohen immer wieder totgeschwiegen zu werden. Ihre zwischenzeitlich erwachsene Tochter heiratet, wird Mutter, und – ohne aktiv viel dagegen tun zu können – scheint sich abzuzeichnen, dass sich ihre Geschichte und die ihrer Mutter wiederholt.
Dennoch hat Walden den Mut nicht aufgegeben und kann heute mit ihrer Erkrankung umgehen.
Fazit:
Walden hat nicht nur den Mut gefunden, Hilfe zu suchen und den schmerzhaften, schwierigen Weg einer Therapie zu gehen. Sie ist darüber hinaus mit ihrer Erkrankung an die Öffentlichkeit gegangen und spricht klar und verständlich alles an. Denn auch wenn sie nicht allein ist, so wird diese Thematik heute noch trotz einiger Veränderungen mehr oder weniger wort- und/oder verständnislos übergangen.
Als ich zu lesen begann, kam mir automatisch der Satz „Die Angst ist für die Seele ebenso wichtig wie das Bad für den Körper.“ in den Sinn. Angst kann das Leben umkrempeln. Positiv, wenn man lernt, mit ihr umzugehen. Sie macht auf Dinge aufmerksam, die wir bereinigen müssen. Waldens Buch – in dem im Übrigen überraschenderweise genau der Satz vorkommt – ist ein Beweis, dass es funktioniert. Ein Buch, das auch anderen Mut machen könnte und deshalb empfehlenswert. Ich wünsche der Autorin von ganzem Herzen, dass ihr restlicher Weg sich mehr und mehr ebnet.
Copyright © 2010 Antje Jürgens (AJ)
Geschrieben in 3 von 5 Punkten, Erfahrungen & Biografien, Autoren U - Z, Fach- & Sachbuch | Keine Kommentare »
21.10.2010 von Ati.
Gute Frage, nächste Frage - Willi gibt schlaue Antworten auf clevere Fragen
Von und mit Willi Weitzel und Florian Sailer
Ullstein Taschenbuch
ISBN: 978-3-548-37351-5
Genre: Sachbuch, Kinder, Wissen
Umschlaggestaltung HildenDesign, München
Originalausgabe 2010
Paperback, 267 Seiten
€ 7,95 [D]
Zum Autorenteam
Das Duo Weitzel/Sailer hat bereits bei dem Film „Willi und die Wunder dieser Welt“ zusammengearbeitet. Wer den Film kennt, kann nachvollziehen, warum auch das gleich im Anschluss besprochene Buch lesens- und empfehlenswert ist.
Willi Weitzel wurde 1972 in Stadtallendorf geboren und begann nach seinem Studium für den Bayrischen Rundfunk als Kinderreporter tätig zu werden. Die Sendung „Willi wills wissen“, ausgestrahlt in der ARD, wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und für seinen Film „Willi und die Welt der Wunder“, der 2009 in die Kinos kam, erhielt er den Adolf-Grimme-Preis (siehe auch www.williweitzel.com).
Der Autor und Journalist Florian Sailer lebt in München. Er ist Mitarbeiter der Redaktion „Willi wills wissen“ und arbeitete auch, wie bereits erwähnt, an dem mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Kinofilm mit.
Zum Buch/Meine Meinung
Wer mit Kindern zu tun hat, weiß, dass die allermeisten ein schier unerschöpfliches Fragenpotenzial haben. Ihr Wissensdurst, gepaart mit einer noch gesunden Neugier, geht viel weiter als der von Erwachsenen und hat mich schon manches Mal hart schlucken lassen und das Bedürfnis geweckt, schnell noch mal die Schulbank zu drücken. Denn mit einer schnellen Antwort ist es meistens nicht getan. Kinder denken unkompliziert und stellen unkomplizierte, aber sehr gute und kluge Fragen. Jedenfalls so lange, bis sie es sich abgewöhnen, weil sie eventuell öfter die Antwort „das ist aber eine dumme Frage“ bekommen, als dass ihr Wissensdurst gestillt wird. Und das dann nicht, weil es eine dumme Frage ist (die gibt es ja bekanntlich nicht), sondern weil viele einfach die Antwort nicht kennen.
Viele Fragen kann man selbst gut beantworten, aber wie gesagt nicht alle. Wie gut, dass es Willi gibt. Den Mann, der denkt, das echte Reporter nie ganz erwachsen werden dürfen und auch niemals aufhören dürfen, wissensdurstig zu bleiben. Was sich übrigens meiner Meinung nach für jeden Menschen gehört.
Im Buch „Gute Frage, nächste Frage“ kommen Kinder und ihr schier unerschöpflicher Wissensdurst zu Wort. Fragen über ganz Alltägliches, über Tiere, über Menschen. Wissen Sie, warum Giftschlangen sich nicht selbst vergiften? Oder wieso unsere Finger alle unterschiedlich lang sind? Oder haben Sie sich schon mal gefragt, zu welchem Land ein Kind gehört, das in einem fliegenden Flugzeug zur Welt kommt? Warum es in Flugzeugen Schwimmwesten aber keine Fallschirme gibt? Fragen über Fragen und auf alle findet Willi in Zusammenarbeit mit etlichen Experten und seinem Team passende, detaillierte Antworten. Und übersetzt sie so, dass sowohl Erwachsenen als auch Kinder sie verstehen, ohne irritiert nachfragen zu müssen. Auf die typische Art und Weise, wie Willi alles erklärt.
Fazit:
Gute Frage, nächste Frage ist eins der Bücher, dass ich sehr gerne weiterempfehle. Es eignet sich zum Vorlesen ebenso wie für Kinder, die selbst lesen. Auf einer Werteskala von 1 – 5 möchte ich diesem Buch eine 5+ geben und werde garantiert auch in Zukunft öfter einen Blick hineinwerfen. Vielleicht habe ich ja dann öfter passende Antworten auf kluge Fragen eines Kindes, über die ein Erwachsener gar nicht mehr nachdenkt.
Copyright © 2010 Antje Jürgens (AJ)
Geschrieben in Wissen, 5 von 5 Punkten, Autoren U - Z, Autoren Q - T, Fach- & Sachbuch, All Age, Kinder- & Jugendbuch | Keine Kommentare »